von I. Archtander Nystad
deutsche Uebersetzung von Margarete Leleithner
Als Leiv Eriksson 23 Jahre alt
war, segelte er von Groenland nach Norwegen auf einem Schiff, das er von Bjarne Herjofsson
gekauft hatte.
Da Leiv's Vater, Eirik den Raude,
von Norwegen und Island ins Exil verwiesen worden war, konnte er nicht selbst fahren und
sandte aus diesem Grund seinen Sohn. Dieser sollte mit den Norwegern Geschäftsbeziehungen
anknüpfen, so daß norwegische Handelsschiffe Holz und Getreide nach Grönland bringen
würden. In Grönland gab es kein Holz für den Haus- und Schiffbau.
An einem
schönen Sommerabend steuerte Leif sein Drachenschiff den Fjord hinauf nach Kaupangen in
Trondelag (im Mittelwesten Norwegens). Er war auf dem Weg dorthin, um den König von
Norwegen zu besuchen, der dort lebte. Damals war die Stadt erst zwei Jahre alt - heute ist
es Trondheim. Am folgenden Tag besuchte Leiv den König Olaf Trygvasson und blieb den
Herbst und Winter dort.
An einem Frühlingstag trainierten
der König und Leiv mit einem Jagdfalken, der ein Freundschaftsgeschenk von Eirik den
Raude an den König war. Plötzlich bemerkte Leiv etwas. 'Was um Himmels Willen klettert
dort in den Bäumen herum?' fragte er. 'Waldkatzen', antwortete der König. Leiv meinte,
daß dies keine Katzen sein könnten, so leicht wie sie die Bäume hinauf und hinunter
klettern würden.
König Olav antwortete, daß diese
Katzen in Norwegen's Wäldern sehr häufig vorkommen und sie so ausgezeichnet klettern
könnten, weil sie eine zusätzliche Kralle hätten. Einige Leute würden sogar sagen,
daß sie eine Mischung zwischen Eichhörnchen und Luchs wären.
'Ihr müßt mir einige einfangen,
die ich mit nach Grönland nehmen werde,' sagte Leiv. Die anderen Wikinger lachten und
fragten: 'Warum, willst Du Waldkatzen mit nach Grönland nehmen, wo es dort doch keine
Wälder gibt?' Leiv erklärte, daß er sie als Schiffskatzen verwenden wolle und der
König versprach ihm als Zeichen der Freundschaft einige einzufangen. Es würde allerdings
einige Zeit daueren, bis sie zahm seien.
Als Leiv später Norwegen
verließ, hatte er Holz, Getreide, und die Katzen an Bord, und der König hatte ihm das
Versprechen gegeben, daß zukünftig norwegische Handelsschiffe Waren nach Grönland
bringen würden.
Es war Sommer, als Leiv nach
Grönland zurückkehrte und jeder war glücklich über den Handel, den Leiv mit dem
norwegischen König abgeschlossen hatte. Es war geplant, daß Leiv sich auf dem Gut seines
Vaters niederlassen sollte, denn Eirik den Raude wurde älter und konnte die Arbeit nicht
mehr alleine bewältigen. Aber Leiv war zu ruhelos und eine Sache ging ihm nicht mehr aus
dem Kopf. Bjarne Herjofsson hatte ihm einmal über ein Land im Westen erzählt, das er
gesehen hatte, aber nicht Zeit hatte, um dort an Land zu gehen. Es war schon spät im
Herbst gewesen, und Bjarne mußte nach Grönland zurücksegeln, bevor der Fjord im Winter
zufror.
Nachdem Leiv zwei Jahre zuhause
geblieben war, entschloß er sich, loszugehen und das Land zu finden, von dem ihm Bjarne
erzählt hatte. An einem Frühlingstag im Jahre 1002 verließ er Grönland. Leiv nahm
Ketil Svarte, einen erfahrenen Steuermann mit sich, der ihn auch schon auf der Fahrt nach
Norwegen begleitet hatte. Mit an Bord waren weitere Wikinger, Sklaven, Getreide, Met, und
natürlich die Katzen, die das Schiff von Mäusen und Ratten frei halten sollten. Leiv's
Pate Tyrker entschloß sich auch mitzukommen.
Gegen Ende des Sommers entdeckte
Leiv dann endlich Land. Sie waren 3 bis 4 Monate gesegelt bis zu dieser Küste. Sie
ruderten das Schiff einem Fluß hinauf, wo es sicher vor etwaigen Stürmen war. Das Land
war reich an wilden Beerenbüschen und Sträuchern, sowie Obstbäumen, und aus diesem
Grund nannten sie es 'Weinland'.
Den Winter verbrachten sie dort,
es gab genügend Wild und ausreichend Beeren um Wein zuzubereiten. Als das Frühjahr kam,
beluden sie ihr Schiff mit Holz und Wein und segelten zurück nach Grönland.
Und nun zu meiner Theorie, daß
die Maine Coon Katze von der Norwegischen Waldkatze abstammt, die Leiv Eriksson an Bord
hatte, als er 'Weinland/Amerika' entdeckte. Einige Sachverhalte sprechen dafür, daß
meine Meinung richtig ist:
König Olaf gab Leiv einige
Waldkatzen, die dieser als Schiffskatzen verwendete und mit nach Amerika nahm.
Leiv und die anderen Wikinger
gingen in der Umgebung von Boston an Land und dies ist das Gebiet, aus dem die Maine Coon
Katzen kommen. Diese Rasse wurde 1953 anerkannt und wurde damals durch Katzen
repräsentiert, die aus Boston und Umgebung kamen.
Die Wikinger blieben den ganzen
Winter in dieser Gegend. Die Katzen verbrachten sicherlich nicht die ganze Zeit nur auf
dem Schiff, sondern machten wie die Wikinger Erkundigungsausflüge auf dem Land. Jeder,
der Katzen kennt, weiß wie schnell sie sich vermehren. Es ist sicher, daß einige von
Leiv's Katzen wegliefen und dort blieben, als die Wikinger nach Grönland zurückkehrten.
Später vermehrten sich die bleibenden Tiere weiter und wurden zum Grundstock der
Katzenrasse, die sich heute Maine Coon nennt.
Für diese Theorie habe ich volle
Unterstützung von Wissenschaftlern aus Island und Grönland, die Ausgrabungen auf
Grönland und in der Gegend von Boston gemacht haben, um die Geschichte der Wikinger zu
untersuchen. Sie haben Wikingergräber in Boston gefunden, die Skelette von Katzen
beinhalteten. Die Wikinger, die Amerika entdeckt hatten, schätzten demnach den Wert ihrer
Katzen sehr hoch ein.
In Süd-Grönland gibt es auch
heute noch Norwegische Waldkatzen, die sicherlich ihren Ursprung in den Katzen haben, die
Leiv Eiriksson an Bord hatte, als er von Norwegen kam.
So war die Norwegische Waldkatze
weithin bekannt, länger als wir uns vorstellen können, bis zurück in die alten Zeiten
der Wikinger.
in Waldkatzen Magazin erschienen,
1/89,
Interessengemeinschaft der Norwegischen Waldkatze im 1.DEKZV
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